Mittwoch, 16. Juni 2010

Was ist wenn Du helfen willst und niemand kann damit umgehen?

Es gibt Zeiten an denen ich einfach verzweifeln möchte. Ist es denn in der heutigen Zeit so schwierig, Hilfe und Unterstützung anzubieten. Mit Misstrauen und Unwillen wird sich gesträubt. Selbst die Leute, die die Hilfe benötigen, fühlen sich überfordert, wenn sie gefragt werden: Wie können wir dir helfen? Misstrauisch suchen sie nach dem Haken. Aus lauter Angst, dass man ihnen Böses will, beißen sie in die Hand die sie füttert. Vermutlich ist es keiner gewohnt, dass da jemand kommt und Gutes tun will.

Ich fragte eine Gruppe Jugendliche was sie sich für Veränderungen in Rodenberg wünschen und wurde dabei angeschaut als käme ich vom anderen Stern.

Vermutlich waren sie es nicht gewohnt, dass ein Erwachsener sich dafür interessiert, wie sie ihre Freizeit verbringen. Ich machte den Vorschlag, mich gemeinsam mit ihnen hinzusetzen und zu überlegen, was verbessert werden könne. Dabei blieb es.

Also komme ich nur an die Jugendlichen ran, wenn ich sie an die Hand nehme?

Ein weiterer Weg, um meine Hilfe für Kinder und Jugendliche anzubieten, war, dass ich mich mit einigen Leuten zusammen schloss. So habe ich mit einigen Geschäftsleuten die Initiative „Geschäftsleute für Rodenberg“ ins Leben gerufen.

Wir möchten Geld sammeln um gezielt den Jugendlichen zu helfen, die finanziell und sozial benachteiligt sind.

Wir setzten uns zusammen und fragten uns: Wie bekommen wir es hin die Kinder und Jugendlichen zu erreichen, die es wirklich brauchen? Wir sollten uns bewusst machen, dass inzwischen die Kinderarmut vor unserer eigenen Haustür anfängt und nicht davor die Augen verschließen, weil es uns und unseren Kindern so gut geht. Warum in die Ferne schweifen, das Elend ist doch so nah! Das Problem ist nur: Welches Kind gibt gerne zu, dass es Zuhause nicht gefördert wird? Einige Kinder haben noch nicht einmal eine intakte Familie. Wissen gar nicht, was es heißt, dass sich jemand für sie Interessiert.

Ich bin selbst Mutter eines Pflegekindes. Selber war es mir nicht vergönnt, eigene Kinder zu haben. Doch anstatt mich voller Selbstmitleid in mein Schneckenhaus zurück zu ziehen, mache ich es mir zur Lebensaufgabe, mich für Kinder zu engagieren - und das nicht nur als Pflegemutter.

Als unser Sohn mit 7 Jahren zu uns kam, waren mein Mann und ich „naiv“ genug, um diese Aufgabe anzunehmen. Ein vorgefertigtes Kind mit vielen Ecken und Kanten zog in unser Haus ein. Es gab viele Höhen und Tiefen, doch die kleinen Erfolge gaben uns Recht. Inzwischen ist er 11 Jahre, geht auf eine normale Grundschule und hat Spaß an der Schule. Das war nicht immer so. Auch heute gibt es für ihn viele „Baustellen“, die erledigt werden müssen. Doch die Zusammenarbeit mit Jugendamt, Schule und Therapeuten machten aus einem Jungen, der von der Gesellschaft fast aufgegeben worden wäre, einen liebenvollen Sohn unserer Familie und einen hilfsbereiten und lernwilligen Menschen unserer Gesellschaft.
Es zeigt, dass es sich lohnt, Zeit, Liebe und Geduld in die Kinder zu investieren - und ich meine nicht nur die kleinen Kinder und die niedlichen Babys. Doch eine einzelne Person, kann das nicht schaffen und deswegen ist es wichtig, dass Leute zusammen arbeiten.

Wir sind die Initiative „Geschäftsleute für Jugendförderung“ und wir wünschen uns Chancengleichheit für alle Kinder und Jugendlichen, egal aus welcher sozialen Schicht, aus welchem Land oder welcher Familie die Kinder stammen. Wir sind nicht befugt darüber zu urteilen, wer Hilfe verdient hat und wer nicht. Uns liegt es am Herzen, Kinder zu unterstützen - sei es bei der Hausaufgabenbetreuung, bei der Nachhilfe oder bei der gesellschaftlichen Akzeptanz in unserer Gesellschaft. Kinder können sich ihr Elternhaus nicht aussuchen. Doch wir Erwachsenen können sie unterstützen ihre Zukunft zu gestalten. Dabei darf man nicht auf materielle Entlohnung warten und es geht uns dabei auch nicht darum, uns daran zu bereichern. Wir helfen gern, und das ehrenamtlich. Der schönste Lohn für den Einsatz ist das Lächeln der Kinder. Kinder sind unsere Zukunft. Das was wir säen, das ernten wir und dabei sollten wir  immer an die Nächstenliebe denken. Wir wollen, dass Rodenberg jung bleibt und auch in Zukunft immer fröhliche Kinder um uns sind, die uns jung halten. 

Wenn die Sonne für dich strahlt, dann lass sie auch für andere scheinen. (Sonnentor)

Ihre

Tina Böhm
Aroma-Gesundheitspraktikerin (BfG)

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