Sonntag, 1. August 2010

Öl des Monats August 2010

Melisse
Melissa officinalis

Familie:                          Lamiaceae (Lippenblütler)

Standort:                         Die ursprüngliche Heimat der Melisse sind die östlichen Mittelmeerländer. Inzwischen ist sie aber in vielen Kräutergärten beheimatet.

Aussehen:                       Als Strauch kann die Melisse bis zu 70 cm hoch werden. Ihre Blätter sind kurz, breit und am Rand leicht gezahnt. Die Blüten wachsen am Stiel jeweils oberhalb der oberen Blätter und sind weiß.

Destilliertes Organ:         Kraut, ohne Blüten

Ertrag:                             Es werden ca. 7 Tonnen Melissenkraut benötigt um 1 Liter ätherisches Öl per Wasserdampfdestillation zu gewinnen. Daher gehört die Melisse zu den teuersten ätherischen Ölen.

Anmerkung:                    Das ätherische Öl sollte nicht pur verwendet werden, da es zu Hautreizungen führen kann. Schwangere sollten das Öl nur unter fachlicher Anleitung benutzen.

Die echte Melisse wirkt besonders auf das Halschakra.

Sprüche wie;
-          Mir schwillt leicht der Hals vor Wut.
-          Ich stehe unter Strom.
-          Ich fühle mich ausgebrannt.
gehören zur Melisse.

Der zitronenartige Duft legt sich wie ein Balsam auf das Nervenkostüm. Aus eigener Erfahrung kann ich berichten, dass die Melisse ein wunderbares Mittel gegen Launenhaftigkeit ist. Bei innerer Anspannung schafft sie Entspannung. Eine innere Ausgeglichenheit und Gelassenheit reist durch den Körper, als sag sie uns: „Nun beruhig dich erst einmal“, z.B. am Abend, wenn einem die Bilder vom Tag nicht aus den Kopf gehen und man die Arbeit sprichwörtlich „mit ins Bett“ nimmt. Die Melisse schenkt uns eine erholsame Nacht und verschiebt die Arbeit dorthin, wo sie hingehört. Mit klaren Gedanken können wir dann am nächsten Tag wieder an die Arbeit gehen.

Zuerst wurde die Melisse im östlichen Mittelmeergebiet entdeckt. Im Mittelalter fand sie dann Einzug in die Klostergärten in ganz Europa. Im 18. Jh. entwickelte die Klosterfrau Maria Clementine Martin den berühmten Melissengeist, denn sie als geschäftstüchtige Frau ab dem 19 Jh. gut zu vermarkten wusste. Ihre Entdeckung ist noch heute gefragt.

Für mich geht nichts über eine Tasse frischen Melissen-Tee. Dazu nehme ich eine Handvoll frischer Melissenblätter und übergieße sie mit nicht zu heißem Wasser (ca. 70° C). Dann lasse ich den Tee abgedeckt 10 Minuten ziehen. Mit einem Teelöffel guten Honig genieße ich ihn in kleinen Schlucken vor dem schlafen gehen. Glauben sie mir, ich schlafe wie ein schnurrendes Kätzchen ☺. Probieren sie es mal aus!

               
Text: © Tina Böhm - Rodenberg

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