Sonntag, 2. Januar 2011

Öl des Monat "Januar 2011"

Gewürznelke

Syzygium aromaticum


Familie: Myrtaceae (Myrtengewächse)

Standort: Der ursprüngliche Lebensraum der Gewürznelken sind die Molukken, eine indonesische Inselgruppe zwischen Sulawesi und Neuguinea. Heute ist das Hauptanbaugebiet auf der zu Sansibar gehörenden Insel Pemba.

Aussehen: Der immergrüne Gewürznelkenbaum kann bis zu 10 Metern hoch werden. Seine Blütenknospen ähneln einem Nagel, daher bekamen sie auch ihren Namen (niederdeutsch Negelkin = Nägelchen)

Destilliertes Organ: Blütenblätter oder -knospen

Ertrag: ca. 15 %, durch Wasserdampfdestillation


Gewürznelke wirkt besonders auf das Halschakra.

Sprüche wie;
  • Ich kann mich nicht spüren ...
  • Es brodelt eine (Ur-) Kraft in mir...
  • Ich handle oft schneller als ich denke...
führen zur Gewürznelke.

Die starke Männlichkeit zeigt ihre Ur-Kraft. Beherrschend und temperamentvoll zeigt die Gewürznelke ihre fast erschlagende Stärke. Der Geruch wirkt betäubend. In Maßen zu ertragen, in Massen kann man die Kraft hassen. Schnell kann sie wie eine Bombe einschlagen und explodieren. Zurück bleibt dann nur noch ein Trümmerfeld, eine tief sitzende Wunde. Sie handelt schneller als man denkt.

Die ersten Schriften über die Gewürznelken sind ca. 2500 Jahre alt und wurden im alten China gefunden. Im 4. Jahrhundert erreichte das edle Gewürz auch Europa. Im 17. Jahrhundert erlangten die Holländer das Monopol für den Importhandel. Man hat die Gewürznelke eine Zeit lang sogar mit Gold aufgewogen.

Hildegard von Bingen schrieb; „Wer im Kopf leidet, so dass ihm der Kopf brummt fast wie beim Tauben, der esse oft Gewürznelken, und das Brummen, das im Kopf ist, mindert es...“. Dies kann auch auf die Triebkräfte in der männlichen Pubertät umgesetzt werden. In der Ayurveda wird die Gewürznelke für die Zahnpflege eingesetzt. Sie hat eine antibakterielle und eine betäubende Wirkung. Bei Zahnschmerzen lindert die Gewürznelke die Schmerzen, ersetzt aber keinen Zahnarzt.

Ihre wärmende Eigenschaft ist in der kalten Winterzeit sehr beliebt und daher verwende ich es gern für in der Aromamassage. Zum Beispiel lässt es sich gut mit der Orange mischen. Wohldosiert als I-Tüpfelchen sozusagen.

Tipp: Energiekekse nach Hildegard v. Bingen. 400 g Dinkelmehl, 250 g Butter, 150 g Rohrzucker, 200 g Mandeln (gemahlen), 20 g Zimt, 20 g Muskat, 10 g Nelke (jeweils gemahlen), 2 Eier, etwas Salz, Wasser nach Bedarf. Zutaten in eine Schüssel geben und mit einem Knethaken zusammenkneten, bis ein Knetteig entsteht. 30 Min. kalt stellen. Ausrollen und Plätzchen ausstechen. Auf ein Blech legen und bei 180 – 200°C ca. 20 – 25 Min. backen. (Die Ernährungstherapie nach Hildegard v. Bingen, Wighard Strehlow, Lüchow Verlag, 2003)

Anmerkung: Ätherisches Öl nur verdünnt anwenden. Nicht für Schwangere und Kinder geeignet. Es kann zu Haut- und Schleimhautreizungen kommen. Heute wird auch noch oft der historische Name; Eugenia caryophyllata verwendet.

© Tina Böhm – Rodenberg 2011

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