Freitag, 16. Januar 2015

Toleranz und Akzeptanz – der gesunde Weg zueinander

In unsere Gesellschaft sehen sich viele Menschen als tolerant und meinen auch viele Meinungen zu akzeptieren. Doch irgendwann kommt man an einem Punkt, wo man sich fragt. Wie viel kann ich tolerieren oder akzeptieren? Oder wie viel muss ich mir gefallen lassen.

Toleranz bedeutet Duldsamkeit, ich lasse Gewähren. Frei nach dem Motto „Leben und leben lassen“. Offen und gelassen stehe ich dem auch Worten und Taten gegenüber und akzeptiere, dass ein anderer anders ist als die anderen.

Akzeptanz! Ich nehme es für mich an, dass jemand anders ist oder anders denkt. Vielleicht auch das jemand anders lebt, weil er anders erzogen worden ist. Ich nehme den Mensch an so wie er ist. Mit allen seinen Ecken und Kanten.

Fällt es Menschen die offen und ehrlich ist leichter Sachen zu tolerieren oder zu akzeptieren? Nein, jemand kann zwar offen und ehrlich sein, aber deswegen muss er noch lange nicht tolerant sein und Dinge akzeptieren.

Manchmal kommen wir an unsere Grenzen. Besonders wenn es darum geht, das sich alles als eine Einbahnstraße anfühlt, wenn das Gefühl entsteht man gibt und gibt. Mein zeigt sich immer respektvoll und akzeptiert den anderen. Das ganze fängt an in eine Art Unterwürfigkeit zu enden. Spätestens dann fängt das Leiden an und man fühlt sich in seiner Persönlichkeit nicht mehr angenommen und verstanden.

Das Leben sollte daher immer einnehmen und geben sein. Bevor wir Vorurteile wie Gift in die Gesellschaft streuen und vorgeben wir würden Menschen und Situationen tolerieren und akzeptieren. Sollte man überprüfen, wie es mit einem aussieht und die Sichtweise doch nicht vielleicht doch etwas einseitig ist.

Achtsamkeit ist dabei eine Methode die lehrt sich und andere wahrzunehmen. Sich auf jemanden einzulassen und lernen ihn zu verstehen. Erst wenn ich verstanden habe, warum jemand ist wie er ist kann ich ihm gegenübertreten und mir meine Meinung bilden. Das muss nicht die Meinung sein die der andere vertritt, doch zu mindestens habe ich eine Basis geschaffen, wo durch eine Chancengleichheit eine tolerante Beziehung entstehen kann und ich den anderen mit all seinen Ecken und Kanten annehmen kann wie er ist. Ich akzeptiere ihn und seine Meinung, versuche auch nicht ihn umzustimmen. Weil dann wird das Gift wieder erneut gestreut und das Rad fängt an sich neu zu drehen.

Würden die Menschen in unserer Gesellschaft lernen auf einer gesunden Ebene zu kommunizieren, würden Vorurteile und Streitigkeiten unser Leben nicht erschweren und wir würden viel mehr schaffen.

Was bedeutet gesunde Kommunikation?

Streit ist oft sehr egoistisch geprägt. Jeder versucht dem anderen seine Meinung aufzudrängen und ihn zu überzeugen, dass seine Worte und Taten das Ultimatum ist. Oftmals merken wir erst im Nachhinein, dass wir etwas gesagt haben was wir so nicht meinten. Wie bereits Friedemann Schulz von Thun in seinen Büchern beschreibt, gibt es immer einen Sender und einen Empfänger. Der eine sagt etwas und der andere versteht es vielleicht ganz anderes als es gemeint ist. Oftmals liegt es auch daran, dass der einer gar nichts anderes verstehen möchte, weil ihn eine gewisse Erfahrung aus der Vergangenheit geprägt hat.

Der erste Eindruck zählt. Wie hieß es früher schon? Kleider machen Leute. Menschen oder Leute die uns fremd sind, werden oft schon durch ihr äußeres in eine Schublade einsortiert. Wir kennen diesen Menschen nicht, aber wir fangen schon an uns ein Urteil zu bilden. Das erste Bild ist dann im Gehirn eingebrannt Dazu kommt vielleicht noch, dass jemand nicht so riecht wie wir es uns wünschen. Was die Situation noch unangenehmer macht. Da kann sich derjenige so sehr bemühen. Er wird nicht verstanden. Nun gibt es zwei Möglichkeiten. Wir akzeptieren oder wir tolerieren. Doch schafft unsere Wahrnehmung sich auf dieses Experiment einzulassen? Wenn ich meine Wahrnehmung trainiere schon. Ich versuchen den Menschen nicht zu ändern, sondern ich versuche ihn zu begleiten um mit ihm eine gemeinsame Basis zu finden, wie wir miteinander umgehen können. Wenn ich an einen Punkt ankomme der mich stört, hilft es mich selber zu fragen, warum mich etwas stört. Manchmal erkennen wir Ähnlichkeiten oder etwas was wir selber wünschen zu sein.

Es gibt Momente, da bin in einem Gedanken so festgefahren, dass ich mich nur schwer davon lösen kann. Das sind Situationen wo wir uns im Kreis drehen und die Sicht auf den gegenüber verlieren. Da hilft es oftmals eine zweite Meinung einzuholen. Jemand der Klarheit in den Gedanken bringt. So geht es immer weiter, bis ich meine Lehre daraus gezogen habe und entscheiden kann, geht oder geht nicht. Dann gilt es sich zu lösen und einen neuen Weg zu beschreiten. Vielleicht ist die Zeit noch nicht reif. Eine Mauer kann ich auch nicht mit schreien zum Einstürzen bringen. Also akzeptiere ich, dass jemand anders ist und gehe meinen Weg ohne ihn.

Das Leben ist manchmal sie ein Puzzle wenn ein Teil nicht in die vorgegebene Form passt, so kann ich es nicht passend machen. Ich könnte schon, aber es würde das Gesamtbild verändern. So ist es auch in unserer Gesellschaft.

Das Leben ist eine ewiges lernen und wir werde immer unsere Lehrer finden die uns sagen wohin der Weg führt und dieser Lehrer heißt Lebenserfahrung. Wie sagte bereits meine Oma immer zu mir? „Mann wird alt wie eine Kuh und lernt immer noch dazu.“

(Artikel für NH! 2.14 Toleranz & Akzeptanz)

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